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Auf dem zentralen Markt von Lichtenhafen herrschte an diesem Morgen große Unruhe. Orvo stand vor dem leeren Sockel und hob beide Hände. Dort hatte sonst der Mondfunke geleuchtet. Sein silbernes Licht schützte die Stadt. „Der Mondfunke ist verschwunden“, sagte Orvo laut, damit ihn alle hören konnten. Mira stand neben ihm und sah erschrocken auf den leeren Platz.
Immer mehr Menschen aus der Bevölkerung kamen auf den Markt. Sie redeten durcheinander und stellten viele Fragen. Orvo bat um Ruhe. Dann erklärte er, dass der Schutzzauber bis zum Mondaufgang wirken würde. Danach würde der Schutz der Stadt enden. Mira wurde aufmerksam. Sie wusste, dass nicht viel Zeit blieb. „Wir müssen den Mondfunken finden“, sagte sie.
Mira ging um den Sockel herum und untersuchte den Boden. Neben den Steinen glänzte Wasser. Eine schmale, nasse Spur führte vom Sockel weg. Mira folgte ihr mit den Augen. Die Spur lief zwischen den Marktständen hindurch und zeigte in Richtung des östlichen Kanals. „Hier ist jemand entlanggegangen“, sagte sie. „Und er hat etwas Nasses getragen.“ Tarin, der gerade durch die Menge kam, beugte sich über die Spur.
„Ich kenne die Kanäle besser als jeder andere“, sagte Tarin. „Ich kann dich mit einem kleinen Boot hinbringen.“ Mira nickte sofort. Orvo sah die beiden ernst an. Er holte einen Schlüssel aus seiner Tasche und legte ihn in Miras Hand. „Das ist der Schlüssel zu meiner Werkstatt“, sagte er. „Nutze jeden brauchbaren Hinweis. Du hast meine Erlaubnis, nach dem Mondfunken zu suchen.“ Mira schloss die Hand um den Schlüssel.
Eine Frau, die am östlichen Kanal gewesen war, meldete sich zu Wort. Kurz vor dem Diebstahl hatte sie dort eine Gestalt mit einer Kapuze gesehen. Die Gestalt war klein gewesen und hatte sich lautlos am Wasser bewegt. „Es sah aus wie ein Wassergeist“, sagte die Frau. Einige Menschen wichen ängstlich zurück. Mira dachte an die nasse Spur. Ein Wassergeist konnte den Mondfunken genommen haben. Vielleicht gab es dafür einen Grund, aber jetzt mussten sie ihn finden.
Tarin nahm Mira mit zum Kanal, während hinter ihnen die besorgte Bevölkerung auf dem Markt blieb. Sie waren nun offiziell auf der Suche nach dem gestohlenen Mondfunken. Beide wussten, dass sie ihn vor dem Mondaufgang zum Mondturm zurückbringen mussten. Mira steckte den Werkstattschlüssel ein und sah noch einmal auf die nasse Spur. Sie führte weiter nach Osten. Dann stiegen Mira und Tarin in das kleine Boot und begannen, dem Hinweis zu folgen.
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