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Mara Keller und Jonas Weber kamen am Hafen auf dem Festland an. Sie trugen Rucksäcke und eine Mappe für ihr Schulprojekt über die Insel. Der Wind war schon stark, und dunkle Wolken standen über dem Wasser. Auf einem Schild stand, dass bald das letzte Schiff zur Insel abfahren würde. „Wir müssen uns beeilen“, sagte Mara und sah zur Uhr.
In diesem Moment klingelte Maras Handy. Es war Herr Brandt, der Leiter der Jugendherberge auf der Insel. Seine Stimme klang streng, aber auch besorgt. „Eine Touristin namens Lina Vogt ist verschwunden“, sagte er. „Sie war heute am alten Hafen und hat dort fotografiert. Seitdem hat niemand sie gesehen.“ Mara und Jonas sahen einander an. Sie kannten Lina nicht.
Herr Brandt erklärte, warum die Sache so wichtig war. Auf Linas Kamera waren Fotos von einem illegalen Plan. Der alte Hafen sollte zerstört werden. Diese Beweise konnten helfen, die Jugendherberge zu retten. Ohne sie konnte die Insel die Behörden auf dem Festland nicht überzeugen. „Lina hat vielleicht die Kamera bei sich“, sagte Herr Brandt. „Vielleicht ist sie in den Wald gegangen. Wir wissen es nicht.“
Draußen begann es zu regnen. Herr Brandt sagte, der Wetterbericht warnte vor einem schweren Sturm. Das letzte Schiff würde bald abfahren, und später konnte kein Schiff mehr sicher fahren. Mara dachte kurz an ihr Projekt und an die fremde Touristin im Wald. Dann nahm sie ihre Mappe fester in die Hand. „Wir kommen“, sagte sie. Jonas nickte sofort. „Wir finden Lina und holen die Kamera. Bevor der Sturm kommt.“
Sie liefen zur Anlegestelle. Das Schiff wartete schon am Wasser, während die Wellen gegen den Kai schlugen. Ein Mitarbeiter winkte ihnen zu und rief, dass sie einsteigen sollten. Jonas rutschte auf dem nassen Boden fast aus, fing sich aber am Geländer und grinste. „Das war nur ein Test“, sagte er. Mara lachte kurz, doch dann schaute sie wieder zu den schwarzen Wolken. Sie stiegen mit ihren Rucksäcken auf das Schiff.
Als das Schiff ablegte, wurde der Abstand zum Festland langsam größer. Vor ihnen lag die Insel unter dem dunklen Himmel. Mara hielt ihr Handy in der Hand und wiederholte leise den Plan: Lina finden, die Kamera zurückholen und die Beweise vor dem Sturm zum Festland bringen. Jonas stellte sich neben sie. Beide wussten, dass sie Lina kaum kannten und wenig Zeit hatten. Trotzdem blieben sie an der Reling stehen und blickten zur Insel, entschlossen, ihre Suche sofort nach der Ankunft zu beginnen.
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